Category Archives: Lateinamerikatage 2020

Menschen verschwinden spurlos, vor allem Aktivistinnen aus sozialen und politischen Zusammenhängen. Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Mitarbeitende des Gesundheitssektors nehmen zu. Journalistinnen werden verfolgt und die Pressefreiheit wird noch häufiger missachtet als bisher. Rohstoffausbeutung und Großprojekte führen zu sozialen Konflikten und ökologischen Schäden und kriminelle Banden zerstören das soziale Miteinander.

Die Covid 19 Pandemie hat die bestehenden sozialen und strukturellen Probleme der Länder Lateinamerikas verschärft. Unsere Gegnerinnen sind nicht mehr klar erkennbar. Sie bestehen in den gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen, die die Missachtung der Menschenrechte möglich machen und verschleiern und so wird der Kampf um Gerechtigkeit immer komplexer und wichtiger – gerade jetzt unter den aktuellen Bedingungen.

Wir, die Organisatorinnen der Lateinamerika-Tage 2020, versuchen diese vielschichtigen Probleme zu thematisieren und gleichzeitig denen das Wort zu geben, die in Lateinamerika trotz alledem weiterhin für ihre Rechte einstehen und Gerechtigkeit für andere fordern.

Di 20.10. | Her mit dem guten Leben! & Klimawandel und indigene Autonomie

Mit Klaus Hess und Klaus Hackländer, Infobüro Nicaragua, Wuppertal
dynamo trikont/el rojito

DIE VERANSTALTUNG MUSS COVID19-BEDINGT LEIDER AUSFALLEN

18:00 & 20:00
Präsenzdoppelveranstaltung mit Diskussion
Eintritt gegen Spende
Fuxkaserne Bodenstedtstr. 16, Hamburg (Nähe S-Holstenstraße)

Die globale Krise hat vielfältige Formen. Mit welchen politischen Alternativen kommen wir aus der Pandemie heraus? Was ist unter sozial-ökologischer Transformation zu verstehen? Wie können wir den öffentlichen Raum wieder gewinnen, das „Recht auf Stadt“ erkämpfen? Wie kann eine Post-Wachstumsgesellschaft aussehen? Welche Rolle spielt da die Wirtschaft und die soziale Sicherung?

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Di 27.10. | Journalismus in Zeit von Covid 19: neue Gefahren für kritische Journalist*innen

mit der mexikanischen Journalistin Marta Durán
Videokonferenz mit Übersetzung
19:00

Zapapres e.V., Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg + dju-HH (Verdi)
Zugangsdaten über: info@zapapres.de
Die Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg wird gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Mexiko gilt als gefährlichstes Land für Journalistinnen außerhalb von Kriegsgebieten. Wer zum Beispiel über die Kartelle und ihre Verbindungen zu den Sicherheitskräften und politischen Entscheidungsträgern berichtet, schwebt in Lebensgefahr. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen wurden 2019 zehn Journalistinnen und Medienschaffende wegen ihrer Arbeit getötet – die meisten weltweit, zusammen mit dem Bürgerkriegsland Syrien. Im aktuellen Pressefreiheitsranking der Organisation liegt Mexiko auf Platz 143 von 180 Ländern.

Foto von Marta Durán de Huerta
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Mi 04.11. | Die Kämpfe von Minderheiten der Atlantikküste Nicaraguas

Videokonferenz mit Jacob* Ellis Williams
18:00 Uhr

peace brigades international – pbi Deutschland
Anmeldung wg. Zugangsdaten: info@pbi-deutschland.de

Jacob* Ellis Williams wurde in der Hafenstadt El Bluff an der Karibikküste von Nicaragua in der Bucht von Bluefields geboren. Jacob* besuchte die Bluefields-Universität und machte ihren Abschluss in Psychologie in multikulturellen Kontexten. Jacob* ist nicht nur eine feministische Aktivistin und Verteidigerin der Menschenrechte, sondern auch von Frauen, Kindern, Jugendlichen und Jugendlichen, insbesondere der LGBTIQI+-Exilgemeinschaft in Costa Rica.

Do 12.11. | Honduras: Gewaltherrschaft und Flucht

Fotoausstellung
17 bis 19 Uhr / ab 19:00 Fachgespräch

mit Dennis Muñoz, Menschenrechtsverteidiger aus Honduras (im Exil)
Zapapres e.V., ComuniCa

Eintritt: 5 Euro
w3, Nernstweg 32 – 3
Anmeldung: info@zapapres.de

Leider werden sich die zum 12.11. geplanten Veranstaltungen Epidemie-bedingt wie folgt ändern: –

AUSSTELLUNG 17 Uhr FÄLLT AUS
VERANSTALTUNG 19 bis 22 Uhr ALS VIDEOKONFERRENZ

Honduras wird von Gewalt, Verarmung und Vertreibung beherrscht. Das Regime unterdrückt Proteste. Fluchtkarawanen machen sich auf den gefährlichen Weg in die USA. Dennis Muñoz analysiert die Herrschaftsverhältnisse, Fluchtursachen und die Perspektiven der Diaspora.

Dennis J. Muñoz Bonilla ist Menschenrechtsverteidiger, Sozialforscher und Betriebswirt; seit 12 Jahren in Menschenrechtsorganisationen tätig in den Arbeitsbereichen Kindheit und Jugend sowie zivile und politische Rechte. Er entwickelte Aktivitäten in den Feldern der politischen Öffentlichkeitsarbeit und Forschung sowie des Kampfes gegen die Korruption und Straflosigkeit. Seit 2016 ist er im Exil.

Fr 13.11. | Sanktionen und Menschenrechte – Die Blockade gegen Kuba muss weg!

Mit Mehmet Yildiz, Mitglied im Europaausschuss und Fachsprecher für Friedenspolitik

18:00 Uhr im Hamburger Rathaus (Raum 151)
Diskussionsveranstaltung / Eintritt frei

Veranstalter: Cuba Sí Hamburg und DIE LINKE-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft
Es gelten die Abstands- und Hygieneregelungen.

In ihrer praktischen Wirkung auf die Menschen wirken sich die US-Sanktionen verheerend aus. Regierungen sollen in die Knie gezwungen, die Bevölkerung ausgehungert und von der Versorgung mit Medizin, Nahrungsmitteln und Geldquellen abgeschnitten werden. Die kubanische Bevölkerung leidet seit 60 Jahren unter diesem Wirtschaftskrieg, der längsten Blockade der Welt.

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Di 17.11. | Wem gehört das Land? – Landrechte in Honduras

Online-Veranstaltung
19:00 Uhr

peace brigades international – pbi Deutschland
Anmeldung wg. Zugangsdaten: info@pbi-deutschland.de

Die Situation von Menschenrechtsverteidiger_innen in Honduras ist prekär. Insbesondere Umweltaktivist_innen sind Bedrohungen und Angriffen ausgesetzt. In Honduras werden im weltweiten Vergleich die meisten Umweltaktivist_innen ermordet (pro Kopf der Einwohner_innen des Landes). Die meisten Fälle stehen im Zusammenhang mit Bergbau und Wasserkraftprojekten, aber auch mit Tourismus-Großprojekten. Ferner werden die indigenen weiblichen Aktivist_innen überdurchschnittlich oft angegriffen.

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Mi 18.11. | Spurensuche: Umweltzerstörung durch internationale Konzerne in Mexiko

Präsenz- + Videokonferenz
19:00 – 21.30 Uhr

Mit mexikanischen Aktivist*innen der #ToxicTour
Zapapres e.V., Amnesty International, Ökumenisches Büro, München
Ort: w3, Nernstweg 32 – 34
Anmeldung + Zugangsdaten über: info@zapapres.de

Ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen, Umweltschützerinnen und Menschenrechtsvertreterinnen besuchte im Dezember 2019 im Rahmen der sogenannten #ToxiTourMexico sechs Regionen Mexikos, um die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Produktions- und Arbeitsformen internationaler US-amerikanischer und europäischer Konzerne im Rahmen der jeweiligen Freihandelsabkommen zu untersuchen.

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Do 26.11. | Vertreibung und Korruption in Honduras – „Die Aktivistin“ von J. Blume

Online-Lesung und Gespräch
18:30 Uhr

Amnesty Mexiko- und Zentralamerika-Kogruppe, Hochschulgruppe, Zapapres e.V.

Teilnahme über Facebook oder Link unter
mail@amnesty-mexiko-zentralamerika.de

Der Roman „Die Aktivistin“ von Jutta Blume handelt vom Verschwinden der politischen Aktivistin Yessica López, die sich für die Rechte der indigenen Garífuna in Honduras einsetzt. Über ihr Verschwinden will niemand sprechen, ihre Organisation wird unter Terrorverdacht gestellt. Der deutsche Entwicklungshelfer Ulrich, der seiner ehemaligen Geliebten einen Überraschungsbesuch abstatten wollte, kann kaum glauben, wie sehr sich die Region verändert hat. Die honduranische Regierung hat das Gebiet zu einer Sonderentwicklungszone erklärt. Verwaltet wird diese von einem internationalen Expertenkomitee, dessen Interessen undurchsichtig sind.

Der Roman spielt vor dem Hintergrund der realen politischen Verhältnisse in Honduras: Aufgrund ihres Einsatzes für ihre Rechte und den Erhalt ihrer Lebensgrundlage sind indigene Gemeinden sowie Menschen-, Land- und Umweltrechtlerinnen extremen Risiken ausgesetzt, Opfer von Gewalt zu werden. Häufig sind staatliche Sicherheitskräfte, Politikerinnen oder Mitglieder der Organisierten Kriminalität direkt oder indirekt an den Verbrechen beteiligt. Die verbreiteten kriminellen Strukturen lassen sich bis auf höchste Regierungsebene verfolgen, was eine Aufklärung der Straftaten sowie einen effektiven Schutz besonders gefährdeter Gruppen meist verhindert.

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