Category Archives: Lateinamerikatage 2021

Die Covid-19 Pandemie hat in Lateinamerika viel stärker als hier in Europa die strukturellen Schwächen im Gesundheits-, Bildungs- und Arbeitsbereich deutlich gemacht und zugespitzt. Dabei werden auch die großen und kleinen Unterschiede in Auswirkungen und Umgang mit der Pandemie sichtbar. Gleichzeitig beeindrucken uns Stärke und Widerstandskraft der Gesellschaften. Soziale Bewegungen führen ihre Kämpfe fort und setzen sich für die Rechte der Menschen ein.

In Filmen und Diskussionsveranstaltungen zeigen wir den Widerstand, vor allem den von Frauen und indigenen Gemeinden. 

Die Lateinamerikatage greifen nur einen kleinen Ausschnitt aller Lebensrealitäten der vielfältigen Bevölkerungsgruppen in den verschiedenen Ländern dieses riesigen Kontinents auf und laden deshalb dazu ein, über unseren Horizont hinauszublicken und in Hamburg weiterhin viele unterschiedliche Länder und Themenschwerpunkte sichtbar zu machen und allen Umständen zum Trotz solidarisch zu sein. 

Alle Veranstaltungen sind als Präsenzveranstaltungen geplant. Die Entscheidung, ob als 2G oder 3G-Veranstaltung – oder ob noch andere Vorgaben berücksichtigt werden müssen – wird zeitnah zu den einzelnen Veranstaltungen auf dieser Website und auch auf facebook angekündigt.

Do 21.10. | Volverte a Ver: Auf der Suche nach den Verschwundenen Mexikos

Dokumentarfilm (OmenglU) und Gespräch
Beginn: 17.30 Uhr
Eintritt: 9€ (ermäßigt 8€)

Lina, Angy und Edith, Mütter und Verwandte verschwundener Menschen in Mexiko, nehmen an der Exhumierung von mehr als 200 Leichen teil. Der Dokumentarfilm „Volverte a Ver“ (To See You Again) der mexikanischen Filmemacherin Carolina Corral Paredes begleitet die Frauen bei ihrer forensischen Ausbildung und bei der Ausgrabung hunderter Leichen von Verschwundenen. Ihre Enthüllung ist erschreckende Realität: Die mexikanischen Behörden sind in das Verschwindenlassen verwickelt. Sie haben die Leichen in Massengräbern verscharrt. Was verbirgt eine Regierung, die ohne jegliche Untersuchungen heimlich Menschen verschwinden lässt?

Der Dokumentarfilm wird in Originalsprache mit englischen Untertiteln gezeigt.


Ort: Alabama Kino (Kampnagel), Jarrestraße 20, 22303 Hamburg
Veranstalter: Amnesty International (Mexiko- und Zentralamerika Koordinationsgruppe)

Fr 5.11. | Wayuu: Hoffnung auf Wasser in La Guajira

Vortrag, Gespräch und Film
19.00 Uhr / Kosten: gegen Spende

Seit mehr als 2000 Jahren leben die Wayuu auf der Halbinsel La Guajira.
Das trockene, wüstenhafte Klima der Region im Grenzgebiet zwischen
Kolumbien und Venezuela hat ihnen stets ein hohes Anpassungsvermögen
abverlangt. Heutzutage kommen neue Herausforderungen hinzu: Klimawandel,
Kohleabbau und der Einzug der westlichen Kultur bedrohen das
traditionelle Leben der indigenen Gemeinschaft. Dabei sind die
Schicksale der betroffenen Menschen ebenso verschieden wie die
Strategien, um sich aus der Notlage zu befreien. Was sie alle eint, sind
Forderungen nach dem Grundlegenden: das Recht auf sauberes Wasser und
ein würdevolles Leben.



Der Film gibt einen umfassenden Einblick in die Lebensrealitäten der
Wayuu. Anschließend an die Vorführung stehen Christian Buthmann vom
Verdewelt Filmkollektiv und Michael Kettelhoit von pbi für eine
Diskussion zur Verfügung.

Es gibt die Möglichkeit, im Foyer die Arbeit verschiedener Initiativen kennenzulernen.

Ort: Lichtmeß-Kino, Gaußstraße 25, 22765 Hamburg
Veranstalter: pbi Deutschland, Verdewelt

Sa 06.11. | Her mit dem guten Leben | Klimawandel und indigene Autonomie

Zwei Präsenz-Veranstaltungen mit Diskussion
18:00 & 20.00 Uhr / Eintritt gegen Spende

Her mit dem guten Leben

Wie kann eine Postwachstumsgesellschaft aussehen? Welche politischen Initiativen und soziale Strukturen können dabei eine Rolle spielen?

Klimawandel und indigene Autonomie

Beispiele indigener Gemeinden im Kampf für eine gesunde Umwelt und gegen Vertreibung und politischer Bevormundung.

Ort: Centro Sociale, Sternstr. 2, 20357 Hamburg
Veranstalter: dynamo trikont e.V. und el rojito e.V.
Gefördert von der Gesellschaft der Europäischen Akademien e.V.

Die Veranstaltungen können auch einzeln besucht werden

Do 11.11. | Frauen Kubas- zwischen Ermächtigung und Machismo

19-21 Uhr
Vortrag mit Diskussion

Während die Frauenfrage in europäischen Diskursen oft isoliert von restlichen gesellschaftlichen Faktoren gestellt wird und eher einer schwachen Symptombekämpfung gleicht, wird in Kuba den Ursachen auf den Grund gegangen. So wird die Unterdrückung der Frauen mit Kultur, Rassismus, Religion, Generation, Ökonomie und Politik in Verbindung gebracht. Die Verortung von Stadt und Land wird berücksichtigt und die Klassenfrage gestellt. Nur so erhalten die Frauen und somit die ganze Gesellschaft die Möglichkeit, sich von ihren Zwängen und Fesseln zu befreien und eine Welt zu schaffen, in der Gerechtigkeit und Gleichheit nachhaltig erzeugt werden kann, anstatt nur eine Blase zu bilden, die droht direkt wieder zu zerplatzen. Trotzdessen sind die Frauen Kubas von einer vollständigen Gleichstellung noch weit entfernt und sehen sich weiterhin im Kampf gegen den „Machismo“, welcher aus der Kolonialbesetzung und ihren Folgen resultiert. Ein Kampf in Widersprüchen zwischen Zwängen und Ermächtigung.

Ort: Magda Thürey Zentrum; Lindenallee 72
Veranstalter: Cuba si Hamburg 

So 14.11. | Silence Radio – Porträt einer mutigen mexikanischen Journalistin

Film-Matinee (OmU) + Diskussion
11:00 Uhr / Eintritt: € 9,00 / ermäßigt € 8,00 /zeise card: € 7,50

Nach der Enthüllung von einem der zahlreichen Korruptionsfälle um den früheren mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto erhält die Journalistin Carmen Aristegui Morddrohungen. Auf Druck der Regierung werden sie und ihr Team entlassen.

Aber Carmen schweigt nicht. Sie gründet eine eigene Nachrichtenplattform und setzt ihren lebensgefährlichen Kampf für Meinungs- und Pressefreiheit und gegen Fake News fort und macht tagtäglich deutlich, dass die Angst nicht siegen darf.

Carmen Aristegui kämpft weiter, obwohl Mexiko auch weiterhin zu den gefährlichsten Ländern für Journalist*innen weltweit gehört. Denn nirgendwo wurden in den vergangenen Jahren mehr Medienschaffende ermordet, vor allem, wenn sie über Drogenkartelle, Korruption oder Machtmissbrauch berichteten.


Ort: Zeise Kinos, Friedensallee 7, 22765 HH
Veranstalter: Zapapres e.V. + Amnesty International