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Menschen verschwinden spurlos, vor allem Aktivistinnen aus sozialen und politischen Zusammenhängen. Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Mitarbeitende des Gesundheitssektors nehmen zu. Journalistinnen werden verfolgt und die Pressefreiheit wird noch häufiger missachtet als bisher. Rohstoffausbeutung und Großprojekte führen zu sozialen Konflikten und ökologischen Schäden und kriminelle Banden zerstören das soziale Miteinander.

Die Covid 19 Pandemie hat die bestehenden sozialen und strukturellen Probleme der Länder Lateinamerikas verschärft. Unsere Gegnerinnen sind nicht mehr klar erkennbar. Sie bestehen in den gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen, die die Missachtung der Menschenrechte möglich machen und verschleiern und so wird der Kampf um Gerechtigkeit immer komplexer und wichtiger – gerade jetzt unter den aktuellen Bedingungen.

Wir, die Organisatorinnen der Lateinamerika-Tage 2020, versuchen diese vielschichtigen Probleme zu thematisieren und gleichzeitig denen das Wort zu geben, die in Lateinamerika trotz alledem weiterhin für ihre Rechte einstehen und Gerechtigkeit für andere fordern.

Di 20.10. | Her mit dem guten Leben! & Klimawandel und indigene Autonomie

Mit Klaus Hess und Klaus Hackländer, Infobüro Nicaragua, Wuppertal
dynamo trikont/el rojito

DIE VERANSTALTUNG MUSS COVID19-BEDINGT LEIDER AUSFALLEN

18:00 & 20:00
Präsenzdoppelveranstaltung mit Diskussion
Eintritt gegen Spende
Fuxkaserne Bodenstedtstr. 16, Hamburg (Nähe S-Holstenstraße)

Die globale Krise hat vielfältige Formen. Mit welchen politischen Alternativen kommen wir aus der Pandemie heraus? Was ist unter sozial-ökologischer Transformation zu verstehen? Wie können wir den öffentlichen Raum wieder gewinnen, das „Recht auf Stadt“ erkämpfen? Wie kann eine Post-Wachstumsgesellschaft aussehen? Welche Rolle spielt da die Wirtschaft und die soziale Sicherung?

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Di 27.10. | Journalismus in Zeit von Covid 19: neue Gefahren für kritische Journalist*innen

mit der mexikanischen Journalistin Marta Durán
Videokonferenz mit Übersetzung
19:00

Zapapres e.V., Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg + dju-HH (Verdi)
Zugangsdaten über: info@zapapres.de
Die Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg wird gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Mexiko gilt als gefährlichstes Land für Journalistinnen außerhalb von Kriegsgebieten. Wer zum Beispiel über die Kartelle und ihre Verbindungen zu den Sicherheitskräften und politischen Entscheidungsträgern berichtet, schwebt in Lebensgefahr. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen wurden 2019 zehn Journalistinnen und Medienschaffende wegen ihrer Arbeit getötet – die meisten weltweit, zusammen mit dem Bürgerkriegsland Syrien. Im aktuellen Pressefreiheitsranking der Organisation liegt Mexiko auf Platz 143 von 180 Ländern.

Foto von Marta Durán de Huerta
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Mi 04.11. | Die Kämpfe von Minderheiten der Atlantikküste Nicaraguas

Videokonferenz mit Jacob* Ellis Williams
18:00 Uhr

peace brigades international – pbi Deutschland
Anmeldung wg. Zugangsdaten: info@pbi-deutschland.de

Jacob* Ellis Williams wurde in der Hafenstadt El Bluff an der Karibikküste von Nicaragua in der Bucht von Bluefields geboren. Jacob* besuchte die Bluefields-Universität und machte ihren Abschluss in Psychologie in multikulturellen Kontexten. Jacob* ist nicht nur eine feministische Aktivistin und Verteidigerin der Menschenrechte, sondern auch von Frauen, Kindern, Jugendlichen und Jugendlichen, insbesondere der LGBTIQI+-Exilgemeinschaft in Costa Rica.

Do 12.11. | Honduras: Gewaltherrschaft und Flucht

mit Dennis J. Muñoz Bonilla, honduranischer Menschenrechtsverteidiger (im Exil)

19:00 Online-Veranstaltung
(keine Präsenzveranstaltung, wie ursprünglich angekündigt. Auch fällt die für 17 Uhr
geplante Fotoausstellung aus)

Veranstalter: Zapapres e.V. Anmeldung unter: info@zapapres.de

Flüchtlingskrawane 2019

Honduras wird von Gewalt, Verarmung und Vertreibung beherrscht. Das Regime unterdrückt Proteste. Fluchtkarawanen machen sich auf den gefährlichen Weg in die USA. Dennis Muñoz analysiert die Herrschaftsverhältnisse, Fluchtursachen und die Perspektiven der Diaspora.

Dennis J. Muñoz Bonilla ist Menschenrechtsverteidiger, Sozialforscher und Betriebswirt; seit 12 Jahren in Menschenrechtsorganisationen tätig in den Arbeitsbereichen Kindheit und Jugend sowie zivile und politische Rechte. Er entwickelte Aktivitäten in den Feldern der politischen Öffentlichkeitsarbeit und Forschung sowie des Kampfes gegen die Korruption und Straflosigkeit. Seit 2016 ist er im Exil.

Fr 13.11. | Sanktionen und Menschenrechte – Die Blockade gegen Kuba muss weg! (abgesagt bzw. verschoben)

Leider müssen wir die Veranstaltung absagen bzw. verschieben. Die Corona-Bestimmungen erlauben zwar noch Bildungsveranstaltungen in Hamburg unter Hygiene-Bestimmungen, aber das Rathaus, unser Veranstaltungsort, hat alle Veranstaltungen im November abgesagt – verständlich angesichts der Pandemie-Entwicklung.

Mit Mehmet Yildiz, Mitglied im Europaausschuss und Fachsprecher für Friedenspolitik

18:00 Uhr im Hamburger Rathaus (Raum 151)
Diskussionsveranstaltung / Eintritt frei

Veranstalter: Cuba Sí Hamburg und DIE LINKE-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft
Es gelten die Abstands- und Hygieneregelungen.

In ihrer praktischen Wirkung auf die Menschen wirken sich die US-Sanktionen verheerend aus. Regierungen sollen in die Knie gezwungen, die Bevölkerung ausgehungert und von der Versorgung mit Medizin, Nahrungsmitteln und Geldquellen abgeschnitten werden. Die kubanische Bevölkerung leidet seit 60 Jahren unter diesem Wirtschaftskrieg, der längsten Blockade der Welt.

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Di 17.11. | Wem gehört das Land? – Landrechte in Honduras

Online-Veranstaltung
19:00 Uhr

peace brigades international – pbi Deutschland
Anmeldung wg. Zugangsdaten: info@pbi-deutschland.de

Die Situation von Menschenrechtsverteidiger_innen in Honduras ist prekär. Insbesondere Umweltaktivist_innen sind Bedrohungen und Angriffen ausgesetzt. In Honduras werden im weltweiten Vergleich die meisten Umweltaktivist_innen ermordet (pro Kopf der Einwohner_innen des Landes). Die meisten Fälle stehen im Zusammenhang mit Bergbau und Wasserkraftprojekten, aber auch mit Tourismus-Großprojekten. Ferner werden die indigenen weiblichen Aktivist_innen überdurchschnittlich oft angegriffen.

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Mi 18.11. | Spurensuche: Umweltzerstörung durch internationale Konzerne in Mexiko

Präsenz- + Videokonferenz
19:00 – 21.30 Uhr

Mit mexikanischen Aktivist*innen der #ToxicTour
Zapapres e.V., Amnesty International, Ökumenisches Büro, München
Ort: w3, Nernstweg 32 – 34
Anmeldung + Zugangsdaten über: info@zapapres.de

Ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen, Umweltschützerinnen und Menschenrechtsvertreterinnen besuchte im Dezember 2019 im Rahmen der sogenannten #ToxiTourMexico sechs Regionen Mexikos, um die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Produktions- und Arbeitsformen internationaler US-amerikanischer und europäischer Konzerne im Rahmen der jeweiligen Freihandelsabkommen zu untersuchen.

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Do 26.11. | Vertreibung und Korruption in Honduras – „Die Aktivistin“ von J. Blume

Online-Lesung und Gespräch
18:30 Uhr

Amnesty Mexiko- und Zentralamerika-Kogruppe, Hochschulgruppe, Zapapres e.V.

Anmeldung unter: mail@amnesty-mexiko-zentralamerika.de

Der Roman „Die Aktivistin“ von Jutta Blume handelt vom Verschwinden der politischen Aktivistin Yessica López, die sich für die Rechte der indigenen Garífuna in Honduras einsetzt. Über ihr Verschwinden will niemand sprechen, ihre Organisation wird unter Terrorverdacht gestellt. Der deutsche Entwicklungshelfer Ulrich, der seiner ehemaligen Geliebten einen Überraschungsbesuch abstatten wollte, kann kaum glauben, wie sehr sich die Region verändert hat. Die honduranische Regierung hat das Gebiet zu einer Sonderentwicklungszone erklärt. Verwaltet wird diese von einem internationalen Expertenkomitee, dessen Interessen undurchsichtig sind.

Der Roman spielt vor dem Hintergrund der realen politischen Verhältnisse in Honduras: Aufgrund ihres Einsatzes für ihre Rechte und den Erhalt ihrer Lebensgrundlage sind indigene Gemeinden sowie Menschen-, Land- und Umweltrechtlerinnen extremen Risiken ausgesetzt, Opfer von Gewalt zu werden. Häufig sind staatliche Sicherheitskräfte, Politikerinnen oder Mitglieder der Organisierten Kriminalität direkt oder indirekt an den Verbrechen beteiligt. Die verbreiteten kriminellen Strukturen lassen sich bis auf höchste Regierungsebene verfolgen, was eine Aufklärung der Straftaten sowie einen effektiven Schutz besonders gefährdeter Gruppen meist verhindert.

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Lateinamerikatage Hamburg 2019

Die Zukunft gehört dem Frieden – El porvenir es de la paz
(José Martí)

Die Zukunft gehört dem Frieden, ein Wort, ein Postulat von José Martí, Kubaner und Symbol für den Unabhängigkeitskampf seines Landes, der überzeugt war von einer friedlichen Zukunft, als unabdingbarer Voraussetzung für das Überleben von Menschheit und Natur.
Frieden, ein Begriff, den Politiker weltweit heute nur selten im Munde führen. Ungleich häufiger ist von Aufrüstung, Waffen und Gewalt die Rede. Die Menschheit wird jedoch nur in und mit Frieden überleben, Frieden im Zusammenleben zwischen Menschen, Frieden im Zusammenleben mit der Natur.

Die Gesellschaften aller Länder, die im Fokus der folgenden Veranstaltungen der Lateinamerikatage 2019 in Hamburg stehen, leiden unter Kriegen, die ihnen aufgezwungen werden. Viele Menschen sehen nur in der Flucht eine Überlebenschance. Aber haben sie überhaupt eine Chance?
Sie sind meist nicht willkommen in den Ländern oder Regionen, in die sie fliehen. Dennoch können sie nicht in ihrer Heimat bleiben, weil sie dort Verfolgung, Misshandlung und Diskriminierung erwarten. Die Mehrheit der Bevölkerung der Länder sucht den Frieden, sucht Solidarität derjenigen, die unter menschenwürdigen Bedingungen leben.

Frieden kann nur ohne Ausbeutung von Mensch und Natur, nur durch Achtung von Menschenrechten und menschlicher Würde wachsen und bestehen.
Auf diese unabdingbaren Erfordernisse möchten die Lateinamerikatage 2019 in Hamburg hinweisen.

Di 22.10. | Kartographie der Verschwundenen in Kolumbien

Vortrag und Publikumsgespräch / 19:30 Uhr / Eintritt frei / Spenden erbeten

Offiziell gibt es über 50.000 Verschwundene. Seit 2016 kartiert Human Rights Everywhere dies. Die Ergebnisse sind auf desaparicionforzada.com dokumentiert. Von 176 Karten, die nach Geographie, Sektoren oder Themen geordnet die Untersuchungsergebnisse zeigen, liegen 72 als Buch vor. Erik Arellana Bautista und Fidel Mignorance stellen die Studie in Hamburg vor. Continue reading Di 22.10. | Kartographie der Verschwundenen in Kolumbien

Mi 23.10. | Sembrando esperanzas Ernährungssouveränität und Wissenstransfer in Mexiko

Workshop mit Inputreferat / 19 Uhr / Eintritt: frei

Carlos García – Agraringenieur aus Guerrero

Irma Aguirre – Dozentin aus Puebla

Irma Aguirre (Dozentin, Puebla) und Carlos García (Agraringenieur, Guerrero) verfügen über umfassende Erfahrungen und Kenntnisse sowohl auf theoretischer wie auch auf angewandter praktischer Ebene in den Bereichen Schutz und Verteidigung von Landrechten und Territorium, Ernährungssouveränität/ Agrarökologie und kollektiver Organisierungsformen. Allen Beteiligten der Veranstaltung liegt daran, transnationale Kontakte aufzubauen, um auf diese Weise die Reflexionen fortzusetzen, die zur Schaffung einer intakteren Umwelt führen Continue reading Mi 23.10. | Sembrando esperanzas Ernährungssouveränität und Wissenstransfer in Mexiko

Di 29.10. | Kubas Internationalismus – Angola 1975-1991

Buchvorstellung/ 19:00 Uhr / Eintritt: frei

Kuba schickte 400.000 militärische und zivile Freiwillige nach Angola. Sie verteidigten die Volksregierung gegen das südafrikanische Apartheid-Regime und unterstützten den Aufbau des Landes. Dem Freiheitskampf in Namibia und Südafrika gaben sie Rückhalt und entscheidende Impulse.

Der Autor Wolfgang Mix untersucht neben den historischen Abläufendie Frage nach dem besonderen Charakter des kubanischen Internationalismus. Continue reading Di 29.10. | Kubas Internationalismus – Angola 1975-1991

Do 31.10. | Kolumbien – Friedensvertrag und Landfrage

Vortrag und Publikumsgespräch / 19:00 Uhr / Eintritt: frei / Spenden erbeten

Kolumbiens Geschichte ist bis heute von unterschiedlichen, langandauernden Konflikten geprägt. Ein zentraler Konfliktgegenstand ist die Landfrage, da sich der Großteil des Bodens in den Händen einiger weniger Großgrundbesitzer befindet. Zahlreiche Konfliktparteien versuchen ihre Interessen mit Gewalt durchzusetzen. Dabei nutzen Sie auch Menschenrechtsverbrechen, wie das gewaltsame Verschwindenlassen. Organisationen, die sich für Gerechtigkeit einsetzen und Aufklärung fordern, werden häufig bedroht.

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Mo 04.11. | El Salvador nach den Wahlen

Vortrag und Publikumsgespräch / 19:00 Uhr / Eintritt: frei / Spenden erbeten

Angel Ibarra – ehemaliger Vize-Umweltminister El Salvadors

Bei den Parlamentswahlen 2018 und den Präsidentschaftswahlen 2019 wurde in El Salvador die FMLN abgewählt. Sieger wurde der ehemalige Bürgermeister von San Salvador Nayib Bukele. Sein Kabinett besteht aus Freunden der Familie und Geschäftspartnern.
Nun muss sich die FMLN mit ihrer internen Krise beschäftigen. Continue reading Mo 04.11. | El Salvador nach den Wahlen

Mi. 06.11. | Geographien der Gewalt – Migration und Journalismus in Mexiko

Vortrag und Publikumsgespräch / 19:00 Uhr / Eintritt: frei / Spenden erbeten

Mit dem „Krieg gegen die Drogenkartelle“ wurde ab 2006 der Militär- und Polizeiapparat in Mexiko massiv ausgebaut. Die Gewalt entwickelte eine scheinbar unaufhaltsame Eigendynamik.

Die „Geographie der Gewalt“ prägt auch unter der neuen Regierung den Alltag der sozialen und politischen Bewegungen, aber auch den vieler kritischer Journalistinnen. Mexiko ist heute das tödlichste Land weltweit für Medienschaffende. Continue reading Mi. 06.11. | Geographien der Gewalt – Migration und Journalismus in Mexiko

Do 14.11. | Guatemala und El Salvador im Gestern und Heute

Vortrag und Publikumsgespräch / 19:30 Uhr / Eintritt: frei / Spenden erbeten

Bürgerkriege, soziale Bewegungen und Kampf um Bildung. Ringen um ein „buen vivir“, ein gutes Leben für alle. In den 90er Jahren begleitete Heike Kammer mit peace brigades international (pbi) in El Salvador und Guatemala Menschen, die um ihre Rechte kämpften. Damals wurden die Menschen durch den Krieg bedroht, heute durch allgegenwärtige Gewalt und Verbrechen. Continue reading Do 14.11. | Guatemala und El Salvador im Gestern und Heute

Mo. 18.11. | Staudämme, Bergbau und Plantagen – Inwertsetzung der Amazonasregion

Referat, Fotos, Diskussion / 19.00 Uhr / Eintritt frei / Spenden erwünscht

Die Waldbrände im Amazonasgebiet sind ein wichtiges Thema in den Medien. Brasiliens Präsident Bolsonaro kündigt die Ausweitung der ökonomischen Nutzung des Amazonasgebietes für Monokulturen, Viehhaltung, Rohstoffausbeutung, Energieerzeugung an.

Die Vernichtung des tropischen Regenwaldes zieht Klima und Wetter in Mitleidenschaft. Der Widerstand gegen den verantwortungslosen Umgang mit der Natur und der Einsatz für das Leben auf dem Planeten wächst.

Politikern und Unternehmern fehlen oft Kenntnisse über Klimatologie und Visionen für eine ökologisch nachhaltige Zukunft oder sie verleugnen sie auf Grund kurzfristiger ökonomischer Interessen. Angesichts der fatalen Folgen der Erderwärmung kann populistisches, vereinfachendes und nationalistisches Denken und Handeln keine Lösung bringen, sondern nur eine gemeinsame Verantwortung für die Zukunft menschlichen Lebens.

Referent: Dr. Thilo Papacek, Projektreferent bei GegenStrömung, Berlin.

Veranstalter: FIAN e.V. FoodFirst Informations- und Aktionsnetzwerk,
Ortsgruppe Hamburg,
Ort: W3, Nernstweg 32, Altona.
Gefördert von der Norddeutschen Stiftung Umwelt und Entwicklung NUE

Lateinamerikatage Hamburg 2018

 
68 – 18: Seien wir realistisch – wagen wir das Unmögliche!
¡Seamos realistas – hagamos lo imposible!

Klare Ziele, verschlungene Wege – 50 Jahre nach der Revolte der Studierenden hat sich die Welt gewandelt. Doch viele der damals kritisierten Probleme sind auch heute noch in Lateinamerika – und anderswo – aktuell.

Die Zivilgesellschaft Lateinamerikas fordert nicht nur das Unmögliche, sondern handelt trotz Repression und heftiger Gegenwehr der politischen und ökonomischen Eliten und Regierungen selbst. Politischer Widerstand und sozialökologische/ökosozialistische Bewegungen werden immer lauter. Alternativen zur Wachstumslogik und der Ausbeutung des Landes entwickeln sich vor allem auf lokaler Ebene.

In diesem Sinne fokussieren die LateinamerikaTage 2018 die Resilienz und Stärke unserer Partnerorganisationen in Lateinamerika. Forderungen an die deutsche Gesellschaft, Politik und Wirtschaft entwickeln sich auf der Grundlage der Einschätzungen unserer Referent_innen.

Seien wir realistisch, wagen wir das Unmögliche! Wir freuen uns auf bewegende Themen und Analysen und eine bewegte Diskussion mit der engagierten Hamburger Zivilgesellschaft.

Fr 19.10. | Freihandel in Zentralamerika: Folgen, Widerstand und Alternativen

Vortrag und Diskussion / 19:00 Uhr / Eintritt: Spende

Foto_Amnesty_1910Ob Wasserkraftwerke, Tourismusprojekte, Bergbau oder Agrarindustrie; in Zentralamerika nimmt die Zahl von Investitionen und Großprojekten stetig zu. Freihandelsverträge wie CAFTA-DR oder das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union haben den Außenhandel und das Wirtschaftswachstum belebt. Während dem freien Warenverkehr und Investitionen verbriefte Rechte eingeräumt werden, sucht man in diesen Vertragswerken allerdings vergeblich nach verpflichtenden Klauseln für die Einhaltung der Menschenrechte. Es häufen sich Umweltprobleme und soziale Konflikte.
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Mo 29.10. | Brasilien: Perspektiven nach den Wahlen am 28.10.2018

Referat, Grafiken, Fotos / 19.00 Uhr / Eintritt: 3 €

Brasilien wurde lange als „Land der Zukunft“, gesehen welches enorme soziale und ökonomische Potentiale freisetzen könne. Das Land wurde, in umfangreiche Kreditprogramme getrieben und später, durch seine Gläubiger zu einer rigiden Politik der Strukturanpassung gezwungen.

In den 2000er Jahren setzten Regierungen auf ökonomische Konsolidierung und die Regierung der Arbeiter-Partei PT auf umfangreiche Programme von Einkommens-Transfers, um die Kaufkraft der Bevölkerung und damit die interne Nachfrage zu stärken.

Die reaktionären Kräfte im Land waren bemüht, den sozialen und ökonomischen Erfolgen der PT ein Ende zu bereiten und fanden Mittel um die PT-Präsidentin Rousseff zum Rücktritt zu zwingen. Seitdem regiert eine Clique konservativer Politiker_innen, die sich am 28.10.2018 zur Wahl stellt.

Luiz Ramalho ist Soziologe und Ökonom aus Rio de Janeiro. Ende der 1960er Jahre musste er Brasilien aus politischen Gründen verlassen. Er studierte u.a. in Frankfurt/M, u. Paris und arbeitete zuletzt bei der GIZ.

Veranstalter: FIAN
Ort: W3, Nernstweg 32

Do 8.11. | Mexiko: Gewalt in Guerrero, staatliche Repression und Widerstand

Vortrag und Diskussion / 19:30 Uhr  / Eintritt: Spende

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In zahlreichen Regionen Mexikos wird Repression (bis hin zu Folter) von staatlichen Sicherheitskräften als soziales Druckmittel eingesetzt. Die Psychologin Felicitas Treue beschreibt den gesellschaftlichen Kontext sozialer Ungleichheit und den Widerstand der Zivilgesellschaft am Beispiel des von ihr mitgegründeten Kollektivs gegen Folter und Straflosigkeit (CCTI). Continue reading Do 8.11. | Mexiko: Gewalt in Guerrero, staatliche Repression und Widerstand

Fr 9.11. | Nachhaltigkeit á la cubana – Ökosozialistische Entwicklungen in einem Land

Vortrag und Diskussion / 19:00 Uhr / Eintritt: Spende

Wie zahlreiche andere Länder steht Kuba vor komplizierten Herausforderungen vor allem in der Wirtschaft und bei der Versorgung der Bevölkerung. Hinzu kommt, dass der karibische Inselstaat vom Klimawandel besonders stark betroffen ist, zum Beispiel durch ausbleibenden Regen, durch zerstörerische Wirbelstürme, durch den Anstieg des Meeresspiegels und die Versalzung des küstennahen Grundwassers.

Das sozialistische Kuba bietet eines der wenigen Beispiele für eine aktiv gestaltende Rolle staatlicher Institutionen bei der Lösung anstehender Probleme. Continue reading Fr 9.11. | Nachhaltigkeit á la cubana – Ökosozialistische Entwicklungen in einem Land

So 11.11. | Titicaca und die verschwundenen Gesichter – entre el oro y el mercurio

Filmvorführung und Publikumsgespräch mit dem Filmemacher Heeder Soto Quispe / 19:00 Uhr / Eintritt: 9,00 €/6,00 €

Dokumentation/Peru 2017, Saywa-Films, Regie Heeder Soto Quispe, 82 Min./Spanisch mit Untertiteln

11-11-2018 Titicaca-Peru-Initiative-HamburgDer Titicacasee ist berühmt und Ziel fast jeder Reise nach Peru und Bolivien. Wenig bekannt ist, wie dieses faszinierende „Meer der Anden“ zu einer gigantischen Giftmülldeponie verkommt und wie das Leben in den Zuflüssen erlischt. Der Goldabbau in den apokalyptischen Minenstädten fordert seinen menschlichen und ökologischen Tribut. Menschen verschwinden und Landwirtschaft, Fischfang und Tierzucht der andinen Gemeinden werden unwiederbringlich zerstört. Der Film verdeutlicht dies eindrücklich anhand von Zeitzeugenberichten aus den betroffenen Regionen. Continue reading So 11.11. | Titicaca und die verschwundenen Gesichter – entre el oro y el mercurio

Di 13.11. | Ana Carolina Amaya Tobar: Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit in El Salvador

Vortrag und Diskussion / 19:00 Uhr / Eintritt: frei

Foto_elrojito_1311Ana Carolina Amayo Tobar ist seit mehr als zwanzig Jahren Expertin für sozio-ökologische Anliegen. Sie begleitet und berät Gemeinden in El Salvador bei den Themen Wasser, Territorium, Biodiversität, Klimawandel und Risikomanagement.

So unterstützte sie Gemeinden im Kampf um sauberes und bezahlbares Trinkwasser kämpft gegen die Zerstörung einer unter Denkmalschutz stehenden archäologischen Ausgrabungsstätte und die Vernichtung von Wald für Siedlungsprojekte. Auf diesen Feldern macht sie auch Advocacy-Arbeit gegenüber der salvadorianischen Regierung und auf internationaler Ebene. Sie hat in vielen nationalen und internationalen Gremien gearbeitet und zahlreiche Publikationen veröffentlicht. Derzeit arbeitet sie für die Unidad Ecológica Salvadoreña UNES.

Wir sind gespannt, was sie zur Wichtigkeit des Umweltschutzes bei den kommenden Präsidentschaftswahlen zu sagen hat.

Veranstalter: el rojito e.V., dynamo trikont e.V., Zapapres e.V.
Ort: Große Brunnenstr. 72 Hinterhaus

Mi 14.11. | Nicaragua, quo vadis? – Einbindung der Männer in den Widerstand der Frauen

Podiumsgespräch / 19:00 Uhr / Eintritt: frei

Zwei geflüchtete Nicaraguanerinnen, Kenner_innen des Landes und Verantwortliche für die Städtepartnerschaft berichten in einem moderierten Gespräch über die schweren Unruhen mit Toten und Verletzten. Bei den Protesten gegen die Regierung Ortega spielen Frauen eine herausragende Rolle. Welches sind die Perspektiven und was können wir tun, ohne unsere Partner_innen in Nicaragua zu gefährden? Continue reading Mi 14.11. | Nicaragua, quo vadis? – Einbindung der Männer in den Widerstand der Frauen

Do 15.11. | Gesundheitsversorgung im Süden Mexikos

Vortrag und Diskussion / 19:30 Uhr / Eintritt: Spende

Joel Heredia Cuevas ist Arzt und Koordinator der Organisation SADEC (Salud y Desarrollo Comunitario), die in verschiedenen Regionen in Chiapas acht Gesundheitszentren betreibt. Im Gespräch mit dem Publizisten Dr. Peter Clausing berichtet Heredia Cuevas über die Gesundheitsversorgung in den Gemeinden und stellt alternative Wege zwischen traditioneller Medizin und Schulmedizin vor. Continue reading Do 15.11. | Gesundheitsversorgung im Süden Mexikos

Mo 19.11. | „Rojo Amanecer – Roter Morgen” (OmU)

Filmvorführung und Publikumsgespräch / 19 Uhr / Eintritt: 9,00 €/ 6,00 €

19_11_Tlatelolco 68

Die blutige Unterdrückung der protestierenden Student_innen am 2. Oktober 1968 auf dem „Platz der drei Kulturen“ steht im Mittelpunkt des Films, der 1991 auf der Berlinale erstmals gezeigt wurde. Polizei- und Militärgewalt beendeten vor 50 Jahren eine Bewegung, die trotz alledem einen politischen und kulturellen Umbruch in Mexiko bedeutete. Continue reading Mo 19.11. | „Rojo Amanecer – Roter Morgen” (OmU)

Lateinamerikatage Hamburg 2017

A pesar de todo: derechos humanos –
Menschenrechte: trotz alledem

Wenn Menschen spurlos verschwinden, Gruppen diskriminiert werden, die in anderen Geschlechterrollen denken, wenn Journalist*innen verfolgt werden und Pressefreiheit missachtet wird, wenn Rohstoffausbeutung und Großprojekte zu sozialen Konflikten und ökologischen Schäden führen, wenn Banden das soziale Miteinander zerstören und Politik Mauern errichtet und strategische Einmischung betreibt, dann liegt es auch an uns, deutliche Zeichen zu setzen.

Uns motiviert dazu die Lebensfreude, der Zusammenhalt durch Partnerschaften und der Widerstand, der trotz all dieser Plagen im südlichen amerikanischen Kontinent ein Kontrastprogramm der Hoffnung setzt.

Unsere Gegner sind nicht mehr klar erkennbar, denn ihre Macht beruht auf den gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen, die die Missachtung der Menschenrechte möglich machen und verschleiern und so rückt auch der Kampf um gerechtere Strukturen dringlicher in den Mittelpunkt.

Deshalb fordern wir im Rahmen der Lateinamerikatage 2017 in Hamburg:

Menschenrechte – Trotz alledem!

Di 17.10. | Hija de la laguna – Tochter der Lagune

Dokumentation/Peru 2016, Regie: Ernesto Cabellos, 87 Min./Spanisch mit Untertiteln
Filmvorführung und Publikumsgespräch / 19:00 Uhr / Eintritt: 8,00 €/5,50€

Veranstalter: Peru Initiative Hamburg in Kooperation mit Kampagne „Bergwerk Peru – Reichtum geht, Armut bleibt“, 3. Alternative Rohstoffwoche
Ort: 3001 Kino, Schanzenstraße 75

Peru-Initiative-17-10-2017-Bild2 Nélida ist eine junge Landwirtin, die in der Provinz Cajamarca in den nördlichen Anden Perus lebt. Sie kommuniziert mit der Natur und fühlt sich als Tochter der Lagunen, von denen das Leben der Dörfer der Region abhängt.

Als die Betreiber der größten Goldmine Lateinamerikas in Yanacocha Cajamarca auch Gold unter den Lagunen in Conga entdecken, sollen diese trockengelegt und die gesamte Region in eine zweite gigantische Bergbaulandschaft umgewandelt werden.

Nélida wehrt sich gegen einen schier übermächtig erscheinenden Gegner und stellt fest, dass sie mit ihrem Widerstand nicht alleine ist. Sie schließt sich den tausenden Landwirt*innen und Städter*innen an, die für das lebenswichtige Wasser und den Erhalt der natürlichen Umgebung kämpfen.

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