Doku El Salvador

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Mittwoch 4.11.09
El Salvador nach den Wahlen

Mit Reina Portillo (Pro-Búsqueda) und
Raúl Moreno (Nationaluniversität El Salvador, Netzwerk Red Sinti Techán)

von links nach rechts: Reina Portillo, Karin
Uhlenhaut (Übersetzerin), Raul Moreno

Bei der ersten Informationsveranstaltung im Rahmen der Lateinamerika-Tage 2009 berichteten Reina Portillo und Raúl Moreno über die Vergangenheitsbewältigung in El Salvador nach dem jahrelangen Bürgerkrieg und innenpolitische Entwicklungen seit der neuen Regierung unter Präsident Mauricio Funes.
Reina Portillo schilderte in bewegenden Worten von der Suche nach ihren beiden Nichten, die 1981 von Militärs mit anderen Kindern verschleppt wurden. Seit 1994 ist Reina Portillo Mitglied der Organisation Pro-Búsqueda. Die Organisation wurde von Jesuitenpater Jon de Cortina gegründet und sucht nach Kindern, die im Bürgerkrieg verschwanden. Ein kurzer Film beleuchtete die Gründungsgeschichte von Pro-Búsqueda.
Im Anschluss sprach Raúl Moreno ausführlich über die aktuelle Entwicklung in El Salvador. Zum ersten Mal nach 20 Jahren Neoliberalismus stellt eine linke Partei die Regierung. Doch der neue Präsident Funes hat ein schweres Erbe übernommen: Schulden, Arbeitslosigkeit, ökonomische und soziale Krisen.
Abschließend zeigte Raúl Moreno einen möglichen Lösungsweg aus der derzeitigen Situation auf. Dieser läge in der Schaffung einer poder popular (Volksmacht), welche die Regierung unterstützen, aber auch in Frage stellen und kritisieren soll. Im Mittelpunkt der Abschlussdiskussion stand die Frage nach der Chance einer Veränderung des Status quo. Letztendlich bleibt jedoch abzuwarten, in welche Richtung sich die neue Regierung entwickeln wird.

Werkstatt 3 in Kooperation mit dem Ökumenischen Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V., München

Interview mit Reina Portillo als PDF (von Lydia Koblofsky)

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