Lateinamerikatage Hamburg

LateinamerikaTage 2016

Demokratisierung in der Sackgasse?
Democratización – ¿un callejón sin salida?
23. 10.  – 25. 11. 2016

Angaben zum Programm voraussichtlich Anfang Oktober.


LateinamerikaTage 2015

Harte Wirklichkeiten – alternative Wege
Realidades duras – caminos alternativos     
29.10.-24.11.2015

Hier könnt ihr das aktuelle Programm herunterladen: Lateinamerikatage 2015 [PDF]

Seit vielen Jahren finden in Hamburg die Lateinamerika-Tage im Herbst statt. Sie werden organisiert von einem Bündnis von Basisgruppen und lateinamerikanischen Strukturen, die vielfältige Veranstaltungen zu aktuellen Themen zu Lateinamerika organisieren.
Thematisch steht 2015 die Entwicklung lateinamerikanischer Gesellschaften im Vordergrund, die nach verheißungsvollen Aufbrüchen vor wenigen Jahren wieder vor großen Problemen stehen. Vielschichtige politische, soziale und ökonomische Herausforderungen sind zu bewältigen. Auch die Beziehungen zwischen der Stadt Hamburg mit ihrem kolonialen Erbe  und Lateinamerika werden beleuchtet.

Mexiko: Das Ende der vierten Gewalt? Journalisten als Freiwild

Do 29.10. Vortrag, Podiumsgespräch & Diskussion / 19:00 Uhr / Eintritt: frei

mit Marcela Turati, mexikanische Journalistin und Autorin

Monica Avolio

© Mónica Avolio

mit Christian Mihr (Reporter ohne Grenzen) und Stefan Endter (DJV-Hamburg)?Moderation: Peter Burghardt (Süddeutsche Zeitung)
Mexiko befindet sich in einer schweren politischen Krise. Die verschwundenen (und wahrscheinlich getöteten) 43 Lehramtsstudenten von Ayotzinapa hatten im Herbst 2014 in der Bevölkerung das Fass der Empörung zum Überlaufen gebracht. Dabei gehen kritische Journalisten_innen immer häufiger ein tödliches Risiko ein, wenn sie ihren Beruf ausüben und auf Verzahnungen der organisierten Kriminalität mit Personen aus Wirtschaft, Politik und Drogenhandel hinweisen.
Ende Juli 2015 wurden in einer Wohnung in Mexiko-Stadt der aus Veracruz geflüchtete Fotojournalist Rubén Espinosa, die Menschenrechtsaktivistin Nadia Vera und weitere drei Frauen gefoltert und mit Genickschuss hingerichtet. Espinosa hatte soziale Bewegungen und Polizeiübergriffe dokumentiert. Der Gouverneur des Bundesstaats hat keinen Handschlag dafür getan, auch nur einen der 14 Morde an Journalisten in drei Jahren seiner Amtszeit aufzuklären. Die Täter bleiben in aller Regel straffrei.
Auch Mexikos Bundesregierung lässt kritische Journalisten auf eine Weise im Stich, dass sie de facto vogelfrei sind. Dass es überhaupt noch welche gibt, die sich um Recherchen auch zu heiklen Themen bemühen, grenzt an ein Wunder. Mit einem absoluten Machtanspruch wird die Gewaltenteilung ausgehebelt und die „vierte Gewalt“ bekämpft.
Die mexikanische Journalistin und Autorin Marcela Turati berichtet über die aktuelle Situation in Mexiko und diskutiert über investigativen Journalismus mit ihren deutschen Kollegen. Turati schreibt für das Wochenmagazin „Proceso“ zu sozialen Themen und Menschenrechtsfragen. Mit ihrem Buch „Fuego Cruzado: las víctimas atrapadas en la guerra del narco“ thematisierte sie erstmals die neue Welle der Gewalt in Mexiko. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 2011 mit dem deutschen Journalistenpreis Walter Reuter.
Veranstalter: Amnesty International – Mexiko- und Zentralamerika-Koordinationsgruppe (CASA), Hamburg
Ort: Instituto Cervantes, Chilehaus, Eingang B, Fischertwiete 1, 20095 Hamburg

Mexiko: TerrorZones

Di 3.11. / Vortrag & Diskussion/ 19.30 Uhr/  Eintritt: frei

Mit Wolf-Dieter Vogel, Autor und Journalist

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Extreme Gewalt und Morde prägen Mexikos Alltag; bis zu 45.000 Soldaten sind zur Bekämpfung der Drogenkartelle im Einsatz. Der Menschenrechtsaktivist José A. Guevara sagt sogar: „Ziel der aktuellen Politik des mexikanischen Staates ist es, Menschen auf Verdacht zu töten, weil sie eventuell  mit dem organisierten Verbrechen in Kontakt stehen“. Die Rolle von Militär und Polizei, aber auch die Frage nach Lösungsvorschlägen sind Themen der Veranstaltung. Dabei geht es, wie Vogel gemeinsam mit den Autor_innen  Anne Huffschmid, Nana Heidhues und Michael Krämer im Ende August veröffentlichten Buch „TerrorZones“ betont nicht um einfache Erklärungsmuster, da der Terror oft nicht einer einzigen Logik entspringt und sich zentraler Kontrolle entzieht. Ebenso vielfältig – und manchmal ambivalent – sind auch die Strategien des Überlebens und der Gegenwehr.

Veranstalter: zapapres e.V. (Mexiko – Nachrichten – Import) in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg
gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und dem Kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche

Ort: Centro Sociale, Sternstr. 2, 20357 Hamburg

Rum oder Gemüse? Landwirtschaft in Kuba und Nicaragua zwischen Ernährungssouveränität, Kooperativen und Weltmarkt

Do 05.11. Film & Vortrag / 19:00 Uhr / Eintritt: frei

mit Klaus Hess, Informationsbüro Nicaragua
In Nicaragua zählt die Landwirtschaft weiterhin zu den wichtigsten Wirtschaftsbereichen, und die sandinistische Regierung ermöglicht seit 2007 neue integrale Ansätze für die ländliche Entwicklung, die weit über die Förderung der KleinproduzentInnen hinausgehen. In Kuba ist Ernährungssouveränität eines der großen Ziele. Der Staat verteilt Land an Genossenschaften und Kleinbauern/-bäuerinnen, sie produzieren mittlerweile 57% der Lebensmittel. Gleichzeitig entstehen alternative Projekte wie Organopónicos (Stadtgärten), die zur städtischen Lebensmittelversorgung beitragen.
Gibt es angesichts der jeweils besonderen Geschichte Kubas und Nicaraguas emanzipatorische Ansätze in beiden Länder, die die Ernährungssicherheit der Bevölkerung garantieren? Wie ist das Verhältnis zwischen staatlichen, genossenschaftlichen und privaten bäuerlichen Betrieben? Gibt es unabwendbare Zwänge in Anbetracht der Globalisierung, die landwirtschaftliche Produktion auf den Weltmarkt auszurichten? Und welche Rolle spielen dabei die Freihandelsverträge der EU?
Veranstalter: Nicaragua-Verein Hamburg, el rojito e.V.
Ort: W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V., Seminarraum, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg-Altona

Von Rio nach Hamburg! Neue Olympische Spiele oder leere Versprechungen?

Mi 11.11. Vortrag & Diskussion / 18:00 Uhr / Eintritt: Spende

mit Christopher Gaffney, in englischer Sprache
Als 2013 Menschenmassen gegen die Art und Weise wie die FIFA, das IOC und die brasilianische Regierung WM und Olympia vorbereiten, in Rio de Janeiro und zahlreichen anderen Städten Brasiliens protestierten, war Christopher Gaffney mit dabei. Der von der University of Texas promovierte Geograph war erst Fulbright Stipendiat, dann Gastprofessor an der Universidade Federal Fluminense und hat sich zwischen 2009 und 2014 mit den Auswirkungen der Mega Events auf die 12 brasilianischen Host Cities und mit den Themen der Protestbewegung vertieft beschäftigt. Seine Forschung fokussierte sich auf die sozialen Bewegungen in Zusammenhang mit Sportgroßveranstaltungen, die urbanen Dynamiken der Stadt Rio de Janeiro und die politische Ökonomie des Fußballs. Gaffney beschränkte sich aber nicht einzig auf das Schreiben akademischer Texte sondern engagierte sich ebenfalls als Aktivist in den lokal organisierten Protestkomitees. Durch seine scharfen, auf den Punkt gebrachten Kritiken und Analysen ist er außerdem einem internationalem Publikum in zahlreichen Fernseh- und Zeitungsinterviews bekannt geworden. Aktuell ist er Research Fellow am Institut fu?r Geographie der Universität Zu?rich und beschäftigt sich dort mit den sozialen, politischen und ökonomischen Akteuren, die Einfluss auf die Olympischen Spiele 2016 nehmen. Er ist Herausgeber des Journal of Latin American Geography und vertieft derzeit seinen Blog `Hunting White Elephants´ in einem Buch.
Veranstalter: IKS Institut für Kriminologische Sozialforschung, Monte Azul International e.V.
Ort: UNI-Hamburg, Hörsaal H, Erzwiss, Von Melle Park 8, 20146 Hamburg

Inseln der Hoffnung? Die Erfahrungen mit linksdemokratischen Regierungen in Mexiko-Stadt und Bogotá

Do 12.11. Vortrag / 19:00 Uhr / Eintritt: frei

mit Martin Schwarzbach
Die Hauptstädte Mexikos und Kolumbiens, zweier Länder geprägt von Ungleichheit, politischer Verfolgung und Drogenkrieg, werden seit längerer Zeit von linksdemokratischen Parteien regiert. Hoffnungen auf eine Demokratisierung und Befriedung dieser Länder von links sind mit diesen Regierungen verknüpft. Sind diese Hoffnungen berechtigt? Martin Schwarzbach von der Initiative Mexiko versucht, in seinem Vortrag ein differenziertes Bild zu zeichnen. Während Erfolge in der Armutsbekämpfung und Bürgerbeteiligung unbestreitbar sind, prägen andererseits auch Probleme von Korruption, persönlichen Machtambitionen und ideologischen Grabenkämpfen das Bild.
Veranstalter: Initiative Mexiko (INI-MEX)
Ort: Ev. Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie, Horner Weg 170, 22111 Hamburg (U2 Rauhes Haus)

gefördert von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung

Cubas medizinischer Internationalismus (abgesagt)

Mi 18.11. Information & Diskussion / 19.30Uhr / Eintritt: Spende

Cuba Sí Hamburg muss leider die angekündigte Veranstaltung “Kubas medizinischer Internationalismus” absagen.

Dr. Victor Manuel Rodriguez Guevara und seine Frau, Dra. Olbis Almeida Falcon, mussten ihre Rundreise durch verschiedene Städte Deutschlands kurzfristig absagen, was wegen ihrer Kompetenz und ihrem Wissen außerordentlich bedauerlich ist. Dr. Rodriguez Guevara war im Gesundheitsministerium zuständig für Kubas internationale medizinische Einsätze und leitet jetzt die Mission Kubas im Tschad. Dra. Almeida Falcon hat mehrjährige Erfahrungen in Einsätzen in Haiti, Äthiopien und jetzt im Tschad. Der Einsatz der kubanischen Ärzte gegen die Ebola-Epidemie in Afrika verdient höchste Anerkennung. Sie haben ihre Absage damit entschuldigt, dass es im Tschad außergewöhnliche Umstände gäbe, die ihre Anwesenheit dringend notwendig machten.

Cuba Si Hamburg  hofft sehr, die Gäste zu einem späteren Zeitpunkt in Hamburg begrüßen können und dass sie dann über Kubas gelebte Solidarität mit den ärmsten Völkern der Welt berichten.

 

Seit Jahrzehnten helfen kubanische Ärztinnen und im Gesundheitsbereich Tätige weltweit bei Katastrophen, in der Gesundheitsvorsorge und bei der Ausbildung medizinischer Fachkräfte.
Wir haben jetzt die Gelegenheit zwei kubanische Ärzte kennenzulernen, die uns über Kubas Hilfe im Kampf gegen Ebola in Afrika und die Hilfe Kubas in Haiti und lateinamerikanischen Ländern berichten.
Veranstalter: Cuba si Hamburg und Netzwerk Cuba
Ort: W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V.,, Saal, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg-Altona

Ecuador: Buen Vivir – Gutes Leben oder zurück auf Null?

Fr 20.11. Vortrag / 19.30 Uhr / Eintritt: 3,-

mit Milton Yulán Morán, von der Bauernorganisation Tierra y Vida

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Die Verfassung Ecuadors, seit 20. Oktober 2008 in Kraft und in einer Volksabstimmung mit grosser Mehrheit angenommen, liest sich stellenweise wie eine Enzyklopädie guter Vorsätze und wünschenswerter Zustände: Soziales und solidarisches Wirtschaften, nachhaltige Entwicklung, Geschlechtergerechtigkeit, Besinnung auf Pachamama, Mutter Erde, Buen Vivir – Gutes Leben, Ernährungssouveränität, Biodiversität und anderes mehr. Die Gesellschaft Ecuadors und seine natürlichen Reichtümer waren Jahrhunderte lang der Ausbeutung durch die spanischen Kolonisatoren, die einheimische Oberschicht und multinationale Konzerne unterworfen.
Nach zahlreichen vergeblichen Anläufen kam 2006 eine Regierung an die Macht, die dieser fatalen Entwicklung zumindest ein vorläufiges Ende setzen wollte. Nach knapp 10 Jahren muss leider eine ernüchternde Bilanz gezogen werden. Kaum eines der hehren Ziele wurde konsequent umgesetzt. Im Gegenteil, die angekündigte Agrarreform, die Gewährleistung der Ernährungssouveränität, der Verzicht auf die Ausbeutung der Erdölvorkommen im östlichen Tiefland und anderes mehr kamen über Versprechungen nicht hinaus. Andererseits werden soziale Bewegungen und Organisationen, ihre MitarbeiterInnen verfolgt und kriminalisiert wenn sie versuchen, ihr verbrieftes Recht auf „Gutes Leben“ mit friedlichen Mitteln durchzusetzen.
Milton Yulán Morán ist Anwalt der Bauernorganisation Tierra y Vida, Land und Leben, Mitglied von FIAN Ecuador und Berater von FIAN International. Er wird sich vor dem Hintergrund der Postulate der Verfassung mit der Wirklichkeit der Agrarreform und der Ernährungssouveränität auseinandersetzen.
Veranstalter: FIAN (FoodFirst Informations- und Aktionsnetzwerk für das Recht auf Nahrung) Lokalgruppe Hamburg
Ort: W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V., Seminarraum, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg-Altona

Mittelamerika: Empörung gegen die Korruption

Di 24.11. Vortrag & Diskussion / 19.30 Uhr / Eintritt: 3,-

mit Isabel Rosales Sandoval, Guatemala, und Herlinda Martínez Ortega, Honduras

Moderation: Dr. Sabine Kurtenbach, GIGA Institut für Lateinamerika-Studien

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Im Frühjahr ist in Mittelamerika die Bewegung der Empörten entstanden. In Guatemala gelang bereits die Einrichtung einer Internationalen Kommission gegen die Straflosigkeit, die Untersuchungen gegen den Präsident und weitere Politiker eingeleitet hat. Wöchentlich finden große Protestmärsche statt, in Honduras wird wie in Guatemala die Einrichtung einer Kommission und der Rücktritt des Präsidenten gefordert. Gelingt es der Bewegung, Mittelamerika zu verändern?

Veranstalter: zapapres e.V. (Honduras Koordination Hamburg)

Ort: W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V., Saal, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg-Altona

in Facebook (mit Karte/Wegbeschreibung)

gefördert von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung